7.902 Stimmen aus dem Rettungsdienst

7.902 Stimmen aus dem Rettungsdienst

Das System ist am Limit: Keine Notfallreform ohne die Stimmen der Rettungskräfte!

Anlässlich der von der Bundesregierung geplanten Reform der Notfallversorgung haben wir bereits im vergangenen Jahr die Befragung „Status Rettungsdienst” gestartet, um den Rettungskräften eine Stimme zu geben. Wir wollen nicht über den Rettungsdienst sprechen, sondern mit den Menschen, die ihn erleben und tragen. Ihre Erfahrungen gehören in die Notfallreform.

Die Reform befindet sich aktuell im parlamentarischen Verfahren. Am Mittwoch, dem 09. September, wurde sie im Gesundheitsausschuss debattiert. Deshalb haben wir einen Tag davor mit einer Pressekonferenz zwei Publikationen der Fraktion vorgestellt, die die Appelle der Beschäftigten zusammentragen.

Der Report - Zahlen, die nicht ignoriert werden dürfen 

Der Report „Status Rettungsdienst: Deutschlands größte Befragung von Rettungskräften“ bündelt auf 50 Seiten die quantitativen Ergebnissen und die qualitativen Ergebnisse zum Belastungserleben, zur rechtlichen Absicherung, zu bundeseinheitlichen Regelungen und zu den Lösungsvorschlägen der Beschäftigten selbst.

Zentrale Zahlen aus dem Report:

  • 67,5 % können sich nicht vorstellen, ihren Beruf bis zur Rente auszuüben.
  • 34,6 % glauben nicht, dass die Patient*innensicherheit unter den derzeitigen Arbeitsbedingungen gewährleistet ist.
  • 92,3 % wünschen sich einheitliche bundesweite Regelungen im Rettungsdienst.
  • 91,6 % haben 2025 mindestens einmal Gewalt im Arbeitsalltag erlebt - gegen sich selbst, Kolleg*innen oder Patient*innen. 
„Die Ergebnisse unserer Befragung machen überdeutlich, welche schlimmen Auswirkungen ein unterfinanziertes und überlastetes Gesundheitssystem auf die Beschäftigten und den Versorgungsalltag hat. Sie ist Pflichtlektüre für alle politisch Verantwortlichen.“ - Stella Merendino

Das Schwarzbuch - Appelle, die gehört werden müssen

Am Ende unserer Befragung „Status Rettungsdienst" haben wir eine einfache Frage gestellt: „Wenn du Gesundheitsministerin Warken eine Nachricht zum Thema Rettungsdienste mitgeben könntest – welche wäre es?”. 2.394 Antworten haben wir in dem Schwarzbuch “Zwischen Blaulicht und Systemversagen” veröffentlicht. Zum Zeitpunkt der Umfrage waren sie an die damalige Gesundheitsministerin Nina Warken adressiert. Durch den Wechsel an der Spitze des Bundesgesundheitsministeriums richten sie sich nun an den Gesundheitsminister Carsten Linnemann.

Manche Appelle sind länger und ausführlich formuliert, andere bestehen aus einem einzigen Wort. Alle haben eins gemeinsam: Sie sind ein Abbild der Realität. Auf unserer Pressekonferenz haben wir eine Auswahl der Appelle vorgelesen:

„Hilfe!" - Nr. 600
„Fahren Sie mal mit, sprechen Sie mit uns und entscheiden Sie nicht einfach über unsere Köpfe hinweg.“ - Nr. 909
„Sie haben die Möglichkeit, etwas zu verändern, etwas zu bewegen. Seien Sie sich endlich Ihrer Verantwortung bewusst, welche Ihr Amt mit sich bringt, und verbessern Sie das marode Gesundheitssystem, damit sich die Bevölkerung wieder sicher und gut versorgt fühlen kann. Es muss endlich Schluss sein mit Reden, es ist an der Zeit, etwas zu tun!" - Nr. 1526

Publikationen kostenlos erhältlich

Beide Publikationen stellen wir digital kostenlos als Download bereit. Auch eine begrenzte Anzahl gedruckter Exemplaren steht kostenlos zur Verfügung. 

https://versand.dielinkebt.de/

Die Pressekonferenz haben wir live auf unserem Instagram Account übertragen. Den Livestream kann man auf dem Kanal @status.rettungsdienst nachschauen: https://www.instagram.com/reel/DdBu8LUDojK/?stkn=MTdra2tvMGJ0Y3h5Yw==

Pressekonferenz am 8. September. Foto: Jennifer Marke

Wir machen Druck!

Mit den Publikationen und der Pressekonferenz wollen wir Druck erzeugen, damit die Erfahrungen der Rettungskräfte in der Notfallreform berücksichtigt werden. Die Ergebnisse der Umfrage und die auf dem “Ratschlag Rettungsdienst” mit 100 Rettungskräften im März im Bundestag erhobenen Forderungen, sind in unseren Antrag „Bedarfsgerechte und krisenfeste Akut- und Notfallversorgung" (Drucksache 21/5822) eingeflossen. Dieser Antrag wurde am 09.09. ebenfalls im Gesundheitsausschuss debattiert. Einige Berufsverbände und die Gewerkschaft ver.di beziehen sich positiv auf den Antrag der Linken. Gemeinsam mit den Beschäftigten muss weiterer Druck auf die Bundesregierung ausgeübt werden.

„Keine Reform kann erfolgreich sein, wenn diejenigen, die sie umsetzen müssen, nicht gehört werden: nämlich die Beschäftigten. Gerade die Rettungsfachkräfte werden häufig in politischen Diskussionen außer Acht gelassen, obwohl sie an vorderster Stelle die Notfallversorgung aufrechterhalten und die Defizite eines kaputten Systems auffangen. Das will ich ändern!" - Stella Merendino