Rettet die Fischerpinte
37 Jahre lang betrieb Wolfgang Düring die Fischerpinte am Plötzensee. Nun ist der Pächter verstorben. Das Bezirksamt plant, die Fischerpinte nun abzureißen. Dabei ist sie eine Berliner Institution und fester Bestandteil der Kiezkultur. Seit knapp 100 Jahren bietet sie Berliner*innen günstige, kalte Getränke direkt am See sowie Ruderboote zum Verleih an.
Der Abriss wird mit dem Schutz der Natur rund um den Plötzensee begründet. Diese Argumentation verstehen wir. Dennoch ließe sich Umweltschutz auch mit dem Erhalt der Fischerpinte vereinbaren, zum Beispiel in Form von Bildungsangeboten. Konzepte dafür müssen gemeinsam mit den Menschen vor Ort entwickelt werden. Berliner Kiezkultur ist genauso schützenswert wie die Natur um sie herum.
„Die Fischerpinte war eine wichtige Anlaufstelle, wenn es um die gemeinsame Nutzung von öffentlichem Raum geht. Durch ihre günstigen Angebote und die Lage direkt am Wasser stand sie vielen Menschen offen, die sich viele teure Kultur- und Freizeitangebote in Berlin nicht leisten können. Ihr Abriss zerstört nicht nur eine weitere Berliner Kiezinstitution, sondern werden dadurch mal wieder strukturell benachteiligte Menschen aus dem öffentlichen Raum verdrängt.“
- Stella Merendino
Artikel wurde am 29. Sep. 2026 gedruckt. Die aktuelle Version gibt es unter https://stella-merendino.de/blog/rettet-die-fischerpinte/.