Evas Haltestelle bietet obdachlosen Frauen* einen Ort der Menschlichkeit.
Am 27.04. haben wir „Evas Haltestelle“ bei uns im Wahlkreis besucht. Dabei hatten wir die Möglichkeit, mit Andra und Natalie ausgiebig über ihre wichtige Arbeit für die Menschen vor Ort zu sprechen.
Evas Haltestelle ist eine Anlaufstelle für obdachlose Frauen* oder solche, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Die Räumlichkeiten bieten die Möglichkeit, sich auszuruhen und sich auszutauschen. Hier bekommen sie zwei Mahlzeiten am Tag, können duschen und ihre Wäsche waschen. Zusätzlich bietet das Team von Evas Haltestelle umfangreiche und intensive Beratung für seine Besucherinnen an. Sie helfen den Frauen* so nicht nur in akuten Notsituationen, sondern bieten ihnen auch einen langfristigen Weg aus ihren Krisen.
In den kalten Monaten zwischen Oktober und April werden zusätzlich 20 Schlafplätze angeboten. Darüber hinaus wirkt Evas Haltestelle durch niedrigschwellige und mobile Angebote wie das Duschmobil über den Standort in der Müllerstraße hinaus in den Kiez und erreicht damit eine Vielzahl von Frauen* in Not.
So wird Evas Haltestelle für viele Frauen* ein Ort, an dem sie sich sicher und geborgen fühlen. Dort werden sie gesehen, und auf ihre Sorgen wird eingegangen.
Dieses Angebot an so wichtiger Arbeit ist nur durch ein großes Team an ehrenamtlichen Helferinnen möglich, die die drei Hauptamtlichen unterstützen. Zwar wird Evas Haltestelle durch das Bezirksamt finanziert, doch die Mittel reichen bei Weitem nicht aus. Außerdem steigen die Kosten weiter, und die Probleme in Berlin leider auch.
Dieser unermüdliche Einsatz für Frauen* in Not verdient hohe Anerkennung, und wir sind den Helferinnen von Evas Haltestelle für ihre Arbeit sehr dankbar.
Wir wollen aber auch das strukturelle Problem hervorheben: Evas Haltestelle übernimmt Arbeit an einer Stelle, an der staatliche Strukturen ganz offensichtlich versagen. Die explodierenden Mieten und Lebenshaltungskosten treiben immer mehr Menschen in die Obdachlosigkeit. Durch den stetigen Abbau des Sozialstaats werden Menschen mit ihren Sorgen alleingelassen. Hilflosigkeit und Angst führen oft zu psychischen Problemen und Suchterkrankungen, teilweise bis hin zum kompletten Absturz. Statt obdachlosen und suchtkranken Menschen seitens des Staates effektiv zu helfen, werden sie drangsaliert und von öffentlichen Plätzen verdrängt.
In einer patriarchalen Gesellschaft, in der Frauen* strukturell benachteiligt sind, sind sie von diesen Entwicklungen besonders bedroht. Das ohnehin gefährliche Leben auf den Straßen Berlins setzt Frauen* noch häufiger und größeren Gefahren aus.
Wir kämpfen für eine Politik, die den Menschen und nicht den Profit in den Mittelpunkt stellt. Wir kämpfen für einen Sozialstaat, der strukturelle Probleme wie gesellschaftliche Ungleichheit deutlich früher adressiert, bevor sie Menschen in Not bringen. Bis dahin sind wir ausgesprochen dankbar für Einrichtungen wie Evas Haltestelle.
Ihr könnt Evas Haltestelle mit einer Spende hier unterstützen: Spendenlink
Artikel wurde am 29. Sep. 2026 gedruckt. Die aktuelle Version gibt es unter https://stella-merendino.de/blog/evas-haltestelle-bietet-obdachlosen-frauen-einen-ort-der-menschlichkeit/.